ATI ThaiPeru PALMA · Pere Garau

Geschichte einer Gruppe thailändischer Restaurants in Berlin und Palma

THAI FOOD MAGIC
MAOTHAI

2014 entstand im Viertel Pere Garau in Palma das ATI ThaiPeru. In diesem Restaurant gab es neben guten Thai-Gerichten auch authentische peruanische Küche. Es war eine Hommage an die dort lebende lateinamerikanische Community - und zugleich die späte Verwirklichung eines lang gehegten Traums.

Die Vision von INKAPERU LIMA-BERLIN

1995 hatte ich Freunde in Peru besucht, die ich seit den Weltfestspielen der Jugend 1973 in Berlin kannte. Ich sah, dass es selbst in der Hauptstadt Lima kaum Restaurants gab, die peruanische Küche anboten. Gleichzeitig fand sich auf den Märkten am Rande der Anden eine unglaubliche Vielfalt unbekannter Gemüse und Früchte, Peru ist u. a. Heimat von Kartoffel und Chili. Der Humboldtstrom beschenkt Peru zudem mit seinem schier unermesslichen Reichtum an Fischen und Meeresfrüchten - eigentlich beste Voraussetzungen für eine große gastronomische Kultur. Doch warum gab es keine guten nationalen Restaurants in Lima?

In den Palästen der reichen 50 Familien des Landes kochten seit der Eroberung Perus zumeist indigene Köchinnen auch traditionelle peruanische Gerichte, doch gute nationale Restaurants gab es nicht. Die extreme Armut und die soziale Ungleichheit sowie eine fehlende Infrastruktur hatten die Entstehung einer Mittelschicht behindert, die für das Betreiben von Restaurants notwendig ist. Ein Brunch mit peruanischen Gerichten im glamourösen Strandlokal Costa Verde kostete 1995 50 $ pro Person, fast das Doppelte des damaligen Durchschnittseinkommens.

So entstand die Idee zu INKAPERU Lima-Berlin, zwei Schwester-Restaurants sollten in Berlin-Mitte und Lima Barranco entstehen, das Restaurant in Lima zugleich Kochschule sein. Als ein Tiroler Projektentwickler sein Versprechen brach, dem Vorhaben in den Berliner Ackerhöfen von Berlin-Mitte eine Heimstatt zu geben, geriet ich zeitgleich durch andere Projekte in den Strudel des Zusammenbruchs der Berliner Bankgesellschaft. Kreditzusagen für zwei bereits begonnene große Projekte, unter anderem für die erste Rotations-Sushi-Bar am Fuß des Berliner Fernsehturms, wurden zurückgezogen. Dieser Traum zerbrach erst einmal. 2001 berichtete ein Fax aus Lima vom Erfolg des Restaurants La Mar von Gastón Acurio. Als ich 2002 Lima besuchte, sah ich die lange Reihe der Luxuskarossen vor diesem Restaurant in einem der ärmsten Viertel Limas. Unter dem Präsidenten Fujimori in Peru begonnenen Reformen zeigten Wirkung. Eine Mittelschicht war im Entstehen, die ihre Identität nun auch in der eigenen nationalen Küche zu entdecken suchte. Gastón Acurio wurde zum Motor einer kulinarischen Revolution, die peruanische Küche in die Reihen der internationale Gastronomie katapultierte. Und nun ging ich 17 Jahre später in Palma daran, meinen Traum Wirklichkeit werden zu lassen.

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Originaldokument · Text Introduction ATI THAI-PERU D:E:ES 20260527 · PDF ↗
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