Bürokratie und Arbeitsvisa für Thai-Köche
Die deutsche Bürokratie erwies sich als eines der größten Hindernisse.
Während man Fußballspieler problemlos ins Land holte, war es nur sehr schwer möglich, Arbeitsvisa für Thai-Köche zu erhalten.
1994 startete im Stammhaus und im Kamala eine Unterschriftenkampagne, die Arbeitsgenehmigungen für Thai-Köche einforderte. Die Kampagne erhielt breite Unterstützung und schaffte es sogar auf die Titelseite der International Herald Tribune.
Besonders schwierig war die Zusammenarbeit mit der Bonner „Zentrale für Ausland- und Fachvermittlung“, die ihre eigentliche Bestimmung verfehlte. Ein dortiger Beamter entwickelte sich zum zähesten Gegner im Kampf um Visa für neue Köche. Er verlangte für die Erteilung einer Arbeitserlaubnis versteuerte Mindestumsätze von 100.000 Euro pro Restaurant, Sprachprüfungen, Ausbildungsnachweise und begrenzte Zusagen auf maximal zwei Thai-Köche pro Restaurant. Damals existierte in Thailand kaum eine klassische Kochausbildung. Die meisten Köche hatten ihr Wissen durch praktische Arbeit erworben, learning by doing. 1998 stufte er Thai-Köche als Sous-Chefs ein.
Dadurch entstanden Gesamtkosten in Höhe von fast 6000 DM pro Koch, die viele kleine Restaurants nicht tragen konnten. Die Zahl der Thai-Köche, die auf diesem Wege nach Deutschland kamen, brach drastisch ein.
Das „Young Thai Professional Exchange Program“
2000 versuchte ich, mit Unterstützung des Deutschen Entwicklungsdienstes ein Ausbildungs- und Austauschprogramm aufzubauen. Dafür reiste der stellvertretende thailändische Bildungsminister sogar nach Berlin. Doch das Konzept war an den Vertreter des königlichen thailändischen Kapitalfonds durchgestochen worden, der damals Anteile am Hotel Adlon besaß und es für seine Zwecke nutzen wollte. Er scheiterte damit binnen kurzem, denn die Kinder der Oberschicht Thailands, die so auf einfache Weise nach Deutschland gelangten, hatten noch nie selbst ein Bett bezogen geschweige denn ein Zimmer gesäubert, noch dazu im noblen Adlon.
Der Kampf um Arbeitserlaubnisse weckte das Interesse der Medien.
Presseberichte über die gute Qualität der Maothai-Küche taten ein Übriges und machten die Restaurants bekannt.